Basics für Coaching

Schulen gibt es viele. Dieser Umstand darf das Denken nicht dahin führen, nun Schulen zu vergleichen und zu bewerten. Dieser Umstand sollte viel mehr das Bewusstsein schärfen, dass jede Schule zum Ziel hat, Menschen beim Menschsein zu fördern. Bleibt man mit dem Blick beim lebhaften Menschen, der vor einem sitzt, ist schier alles richtig und vielleicht auch nichtig.

Wenn eine Schule einen Menschen in seiner Lage nicht erreicht, wenn die Lehre kein Verständnis und keine Annahme gewährt oder herzustellen vermag, wenn vielmehr Rat'Schläge das Hohe Ross hervorheben, dann ist diese Schule ihren Ausdruck nicht wert.

Da der Mensch zugleich in sich und im Außen verbunden ist, wählten wir die uns relevant scheinenden Inhalte und Verfahren. Nicht um "expertenhaft" Bescheid zu wissen - viel mehr, um im Gespräch mit den Menschen Möglichkeiten zu haben, deren Anliegen und Situationen annehmen und Verständnis gewinnen zu können.

 

Personzentrierte Systemtheorie

In 2019 erschien erstmalig ein Grundlagenwerk zu dieser Verständnisweis durch Prof. Jürgen Kriz, Osnabrück. Das Buch mit dem Titel 'Subjekt und Lebenswelt' fasst vier Prozesse oder Felder zusammen:

Man muss vor dieser Systemtheorie nicht erschrecken. Sie dient dazu, mit einem vollständigeren Blick, einer klaren Struktur und einem vereinheitlichten Verstehen uns dem Thema Mensch zu nähern.

 

Prinzip Selbstverantwortung

Um mit dem Methodenreichtum des Coachings nicht zu verfallen und ethisch unsauber zu werden, z.B. durch Manipulation, Übergriffigkeit und Zurechtweisung (eigene Überstellung bzw. Subordination von Klientinnen und Klienten) - in den meisten Fällen durch Schaffen versteckter Abhängigkeit, bedarf es der 'Coachbarkeit' der Klienten.

Diese Coachbarkeit wird bestimmt durch die Selbstbestimmungskompetenz der Coachees. Dies gilt bereits lange vor einem ersten Kontakt mit einem Coach und besteht über die gesamte Dauer des Kontaktes. Der Coachee, die Klientin oder der Klient muss in absoluter Selbstbestimmung für sich gut und wohlfühlend bestimmen können, ob das Coaching passt und ob fortgefahren werden soll.

Um diesen unabdingbaren, hohen ethischen Wert herstellen und bewahren zu können, bedarf es als Professionalität des Coaches eines klaren Wissens und Verstehens um das Prinzip Selbstverantwortung, auch Eigenverantwortung oder Eigenverantwortlichkeit genannt.

Ist das korrekte Verhältnis einmal hergestellt, wirkt die Selbstverantwortung auf die Betrachtungen seiner Lage als Klient/in. Das hat allenfalls weitreichende Folgen.

 

Systemisch-Integrale Sichtweise

Systemisches Denken ist die Fähigkeit, alle Beteiligten, Beziehungen und Handlungen im Rahmen eines komplexen Systems zu sehen, einem Mobile gleich. Bewegt man auch nur ein Teil, verändert sich (nicht unähnlich einer Coachingausbildung) das Ganze.

Bei diesem Ansatz erlernt man eine bestimmte Art, die Wirklichkeit zu sehen und daraus beraterische Herangehensweisen mit Klienten zu entwickeln. Der systemische Ansatz gehört zu den wichtigsten Beratungsansätzen in der Welt. Systemische Beratung bezeichnet die Beratung von Individuen oder Gruppen in Bezug auf deren soziales System im jeweiligen Kontext.  

 

Managementorientierte Betriebswirtschaftslehre

Viel Coachings erfolgen im Kontext von Organisationen, Unternehmen sowie der Arbeit. Für die Situation des Klienten bzw. Coachees ist es daher wichtig, dass Sie als Coach Basiswissen von Zwängen und Leitplanken eines Unternehmens kennen und diese auf verschiedene Weisen in der Situation des Klienten verstehen, durchschauen und nachvollziehen können.

Weiterhin sollen Sie nicht direkt beraten. Doch was Sie als Coach stützt und stärkt ist, wenn Sie die vom Klienten persönlich gewählte Lösung evaluieren und notfalls hinterfragen können. Ebenso stärken Sie dessen Lage, wenn Sie mit Sicherheit positive Signale dazu anzeigen können.

Last but not least sind viele Managementorientierungen in ihrer Anwendung durchaus für den Coachingprozess eines Klienten verwendbar.

 

Mitarbeiterführung und Organisationslehre

Wenn Sie sich als Businesscoach positionieren, helfen Grundlagen der Mitarbeiterführung sowie der Aufbau- und Ablauforganisation. Sie dienen wie Leitplanken dabei, sowohl Sozialziele als auch Sachziele (Blake & Mouton) im Blick zu behalten und darüber ein Spektrum an Führungsstilen wie Führungsprinzipien zu kennen.

 

Diginomics zu Digitalisierung und Transformation

Welche Zukunft kommt auf uns zu und wie betrifft dies sowohl mich als Coach als auch meine Klientel? Diginomics, eine Begriffskombination von Digitalem und Ökonomischem wurde jüngst durch die FAZ eingeführt. Er erschließt alle Entwicklungen und wirtschaftlichen Anreize und umfasst damit automatisch die Betroffenheit des Menschen in diesem Wandel. Es wird hier keine zu grosse Theorie erlernt. Es wird aber eine bewusste Debatte und Reflexion gefördert.