Basics für Coaching

humanness steht für eine Haltung, die auf einem humanistischen Welt- und Menschenbild basiert. Damit verbunden ist für uns eine möglichst wertfreie Annahme sowie das bewusste Nicht-Wissen der lethologischen Haltung.

Der beruflich wirksame - coachende - Anteil dieser Haltung  basiert im Zusammenhang eines Coachings auf der Methode der Nicht-direktiven Beratung.

 

Die Haltung eines humanistischen Menschenbildes

Mit Bezug auf Ihren Wunsch, sich fortbilden zu wollen, entstehen gerne die beiden Fragen:

  • Was ist Ihr Weltbild?
    • … ein kosmologisches?
    • … ein religiöses?
  • Was haben Sie für ein Menschenbild?

Wenn Sie sich bei humanness mit Coaching befassen, bedingt dies schier eines humanistisches Menschenbildes. In unserer humanistischen Haltung werden wir andere Menschenbilder respektieren und möglichst versuchen zu verstehen. Dennoch gibt es kaum einen Weg für eine humannessAusbildung, wenn Sie ein negatives Bild von den Menschen haben.

Dieser Frage müssen Sie sich stellen - wir leben und arbeiten bei humanness im Sinne eines humanistischen Menschenbildes. Ein zu eng ausgelegtes (religiöses) Weltbild könnte da ebenso nicht mit eingeschlossen sein, wenn es z.B. andere Menschen ausschließt: Frauen, Geschlechterminoritäten, Menschengruppen, Völker, Glaubensrichtungen, etc.

 

Wertfreie Annahme

Die wertfrei oder bewertungsfreie Annahme ist eine weitere Haltung, mit der wir uns offen begegnen. Diese ist für viele Menschen nicht leicht herzustellen, da es zwei gleichzeitige Reaktionen bedingt:

  • Mein Anteil in der Situation bleibt mein Anteil - ich bin ok.
  • Des anderen Anteil ist sein Anteil, den ich ohne Bewertung annehmen mag.

Annahme setzt nicht gleich, dass ich des anderen Sachen übernehme oder mir überstülpe. Annahme bedeutet, ich nehme des Anderen Sache an, wie sie für ihn ist. Eine ideale, wertfreie Antwort darauf ist: "Okay." Die wertfreie Annahme schafft für das Gegenüber jenen Raum, in dem die berühmte Worte aus der Songlyrik stammen:

'Come as you are.'

 

Lethologische Haltung

Die Lethologische Haltung (nach Heinz von Foerster) fordert die Kunst des Nichtwissens. Erneut sollen Sie versuchen,

  • nichts von etwas zu wissen, obwohl Sie vielleicht wüssten
  • das Gelernte für sich behalten
  • dabei aushalten, dass das Gegenüber dieses Wissen noch nicht erkennt

Meines Vaters Sätze lauteten:

  • "Das kann ich für dich nicht wissen."
  • "Woher soll ich das wissen?"
  • "Das musst du wissen."
  • "Keine Ahnung."
  • "Das habe ich mich auch gefragt."

Die Lethologische Haltung verkörpert allen Respekt vor der Person gegenüber. Man wird mit eigenen Anteilen weder besserwisserisch, belehrend, ratschlagend oder gar dreinredend. Vielmehr vertraut man, glaubt in die Person, lebt den humanistischen Ansatz und erbringt beim Zuhören die ganze Aufmerksamkeit und Empathie. Zudem stellt man sich selber nicht mit dem eigenen (für den anderen fremden) Ballast zu.

 

Nicht-direktive Beratung

Das hier ist vielleicht der entscheidende Punkt in Ihrem Entscheid, bei humanness Coach werden zu wollen, oder davon abzusehen: Wenn Sie beginnen, sich mit der Nicht-direktiven Beratung zu befassen, werden Sie dieses Feld nicht mehr verlassen können.

Wenn Sie die nicht-direktive Beratung als Beratungshaltung / Beraterinhaltung / Beraterhaltung / Coachhaltung für sich annehmen, verändert sich Ihr Welt- und Menschenbild. Das kann starke Auswirkungen auf Ihre aktuelle Situation haben, privat wie beruflich.

Bei der Nicht-direktiven Beratung beraten Sie niemanden, indem Sie mit Ihrem Wissen vorangehen und die zu beratende Person sozusagen per "Rezept" zur Lösung führen. Die Nicht-direktive Beratung bleibt beim Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe, und selbst dies eher in einer zurückhaltenden Haltung.